Spargel
- das Königliche Gemüse mit Geschichte
Frischer Spargel direkt vom Hof gekauft. Ein besonderes
kulinarisches Erlebnis, das sich immer mehr Genießer von Mitte
April bis zum 24. Juni nicht entgehen lassen wollen.
Wir bieten Ihnen Spargel aus eigenem Anbau. Tagesfrisch. Auf Wunsch
geschält. Und dazu eine Menge Tipps zur Zubereitung und Lagerung,
Rezepte und wenn Sie wünschen, können Sie gerne einen Blick
auf den Anbau und die Verarbeitung von Spargel auf unserem Hof werfen.
Nachfolgend möchten wir Ihnen gerne einige interessante
Informationen zum Spargel geben. Viel Spaß beim Stöbern:
Tipps zu Einkauf, Zubereitung und Lagerung
Anbau von Spargel
Wissenswertes
4000
Jahre Spargelgeschichte
Der Ursprung des Spargels liegt vermutlich in Vorderasien.
Dort wächst er in sandigen Meeresdünen und feuchtsandigen
Flußtälern. Von hier aus verbreitete er sich nach West-,
Mitteleuropa und Nordafrika.
Es gibt viele Arten Spargel (etwa 100), doch die Interessanteste
dürfte für den Feinschmecker sicherlich die heimische Kulturpflanze
Asparagus officinalis sein.
Schon vor rund 4000 Jahren war der Spargel bei den Chinesen
bekannt das Wasser im Mund zusammen. Pharao Echnaton nebst Gattin Nofretete
ernannten den Spargel zur Götterspeise. Auch Griechen, Perser,
Babylonier schätzten ih bereits.
Bei den alten Römern war Spargel besonders beliebt.
Schon Cato soll ein besonderer Liebhaber der langen, ranken Stangen
gewesen sein. Die ausführliche Beschreibung, die er in seinem um
150 v.Chr. geschriebenen Buch De agricultura dem Spargel
widmete, lässt diesen Schluss ohne Zweifel zu. Im Mittelmeerraum
war damals ein wild wachsender und eher dünnstängeliger Spargel
(Asparagus acutifolius) bekannt. Die heute bei uns kultivierte dickstängeligere
Art (Asparagus officinalis) gelangte erst einige Zeit später nach
Italien.
Cato gab in seinem Buch erstmals eine Anleitung, wie
das Gemüse im Garten angebaut werden kann. Jungpflanzenanzucht
und Aussaatzeitpunkt waren darin ebenso Themen wie die Dauer der Ernte,
Erntemethoden, Düngung, Unkrautbekämpfung und der Zeitpunkt
für die Entfernung des trockenen Spargelkrautes.
Auf Wandgemälden in Pompeji wurde Spargel abgebildet.
Er galt bei den Römern als begehrte Delikatesse. Im 4. Jh. soll
Kaiser Diokletian sich gar genötigt gesehen haben, eine Spargel-Höchstpreis-Verordnung
zu erlassen. Wesentlich später, um 1100, wurde das Gemüse
von Byzantiner Ärzten erstmalig als Heilpflanze erwähnt. Daher
auch der Name Asparagus officinalis. Die harntreibende Wirkung von Spargel
wurde hervorgehoben, und man setzte ihn zur Linderung von Hüftschmerzen
ein. Schon damals hielt man den Spargel, der bei den Römern der
Venus geweiht war, für ein Aphrodisiakum.
Spargel wurde schon um die Mitte des 15. Jahrhunderts
als Feingemüse entdeckt, als in den Gärten der Klöster
und Fürstenhöfe feinere Gemüse angebaut wurden und man
begann sich von der recht einseitigen Kost zu befreien.
Im
ausgehenden Mittelalter (16.Jh.) wurde Spargel beinahe überall
in Europa angebaut; in Frankreich und Italien genauso wie in England,
Osteuropa und Deutschland. Die deutschen Anbaugebiete waren damals vor
allem die Braunschweiger Gegend, der badische Raum, die Umgebung von
Berlin, Hamburg und Riga.
1804 kam der Franzose Apert zum ersten Mal auf die Idee,
den Spargel zu konservieren. 1840 entstanden dann die ersten deutschen
Betriebe, die das Gemüse in Dosen haltbar machten. 1861 schließlich
ermutigte der Braunschweiger Konservenfabrikant Gustav Grahe die Gärtner
und Landwirte zur feldmäßigen Anlage von Spargel
und verpflichtete sich zur Abnahme ihrer Ernte, was einen enormen Aufschwung
des Spargelanbaues in dieser Region zur Folge hatte.
Betrug 1874 die Braunschweigische Anbaufläche noch
125 ha, so war sie 1913 auf 3 500 ha gestiegen. 1885 gründeten
die Braunschweiger Spargelanbauer erstmals eine Spargel AG,
um die Produkte der Mitglieder bestmöglich zu verwerten. 50 Prozent
der gesamten damaligen Anbaufläche gehörte den Mitgliedern
der Spargel AG. Die Erzeuger-Organisation sah zu jener Zeit jedoch die
Belieferung von Konservenfabriken als vordringliches Ziel an.
In Deutschland gibt es zwei große Spargelanbaugebiete.
Das norddeutsche,
das sich von Braunschweig über Hannover, Osnabrück und Münster
bis an
Nordsee und Elbe erstreckt und das süddeutsche Anbaugebiet in den
Regionen um Schrobenhausen, Schwetzingen, Darmstadt und Ingelheim.
Wissenswertes
Der
Spargel, Asparagus officinalis L., ist eine Staude. Er gehört in
die Klasse der Monocotyledoneae (Einkeimblättrige) zur Familie
der Liliaceae (Liliengewächse), von denen es immerhin 600 Gattungen
und über 3500 Arten gibt. Hierzu gehören z.B. die uns bekannten
Lilien, Schusterpalmen, Herbstzeitlose, Maiglöckchen und viele
andere mehr. Engere Verwandte sind die Asparagusarten wie A. plumosus
und A. sprengeri.
Das Rhizom des Spargels (der unterirdische Sproß
ist dick und derbfleischig) liegt tief unter der Erdoberfläche
und sendet sehr lange Wurzeln aus. Die keilförmige Spitze der Spargeltriebe
wird beim Durchbrechen des Bodens von schuppenförmigen Blättern
geschützt. Sobald sie an die Erdoberfläche kommen, schneidet
man sie tief im Boden ab. Die nicht gestochenen Triebe erreichen bald
Meterhöhe und verzweigen sich baumartig.
Aus den Achseln ihrer Laubblätter, die die Gestalt
brauner Schuppen besitzen, entspringen nadelförmige, grüne
Zweige. Sie werden gewöhnlich für Blätter gehalten. Es
sind jedoch winzige Zweige, denn aus den Achseln der Blätter gehen
stets Zweige, niemals Blätter hervor.
Die grüngelben Blüten stellen hängende
Glöckchen dar, in denen entweder die Staubblätter (männliche
Pflanze) oder der Stempel (weibliche Pflanze) verkümmert sind.
Daher ist Selbstbestäubung unmöglich.
Unser eßbarer Spargel trägt den Namen Asparagus
officinalis. Dieses lateinische Wort officinalis heißt
zu deutsch arzneilich. Die im Spargel enthaltene Asparaginsäure
(eine in Eiweißstoffen vorkommende Aminosäure) soll vorteilhafte
Auswirkungen auf Herz und Nieren haben.
Ernährungsphysiologisch scheint besonders die harntreibende
Wirkung des Spargels von Bedeutung zu sein. Hierbei werden vermehrt
Chlor- und Phosphatverbindungen ausgeschieden. Aufgrund der größeren
ausgeschiedenen Menge ist der Harn verdünnt, was bei Nieren- und
Harnwegsentzündungen erwünscht ist. Nach dem Genuss von Spargel
erscheinen im menschlichen Urin geruchsintensive flüchtige Verbindungen.
Anbaumethoden,
Ernteverfahren und klimatische Bedingungen wirken sich auf den Säuregehalt
aus. In 100g Bleichspargel sind im Durchschnitt 92,9g Wasser, 2,1g Proteine,
0,2g Fette, 4,1g Kohlenhydrate und 0,7g Mineralstoffe enthalten. An
Vitaminen sind A, B1 und C vorhanden. Ebenso Spuren von Vitamin E und
K.
Der besondere Spargelgeschmack entwickelt sich in Abhängigkeit
von Bodenqualität, Wasser und Sonneneinstrahlung. Da der unterirdische
Spross (bekannt als Bleichspargel) gestochen und als Gemüse
verzehrt wird, sind besonders die Wachstumsbedingungen für dieses
Organ von Bedeutung. Dabei hat sich herausgestellt, dass hier der Bodentemperatur
eine außerordentliche Bedeutung zukommt. Je nach Witterung wächst
der Spargel langsamer oder schneller.
Dabei bestimmt der Aufbau der Faserigkeit (Verholzung,
Lignifizierung) zu einem wesentlichen Teil den Genusswert des Spargels.
Er hängt von der Wachstumsgeschwindigkeit und der Sorte ab. Die
Wachstumsgeschwindigkeit wird ihrerseits durch die Temperatur bedingt:
Je wärmer es ist und je weiter sich die Stangen von der Krone entfernt
haben desto schneller wachsen sie. So tritt die Verholzung in den basalen
Stengelteilen bei hohen Temperaturen geringer auf als bei niederen Temperaturen.
Hohe Temperaturen und Trockenheit führen zu einer verstärkten
Faserigkeit. Bei kühler, nasser Witterung wird die Fasereinlagerung
stärker, der Spargel wächst langsamer. Er bildet weniger Geschmacksstoffe
aus. Dies bedeutet, dass alle Faktoren, die das Wachstum des Spargels
hemmen, zu einer verstärkten Faserbildung (Verholzung) führen.
Bei einer Bodentemperatur von 12° C beginnt der
Spargel zu wachsen. Die ideale Außentemperatur für den geschmackvollen,
süßlich schmeckenden Spargel liegt bei einer Durchschnittstemperatur
von 20° C. Der süßliche Geschmack des Spargels rührt
daher, dass sich in den Inhaltsstoffen des Spargels verschiedene Zuckerarten
befinden. Die durch Assimilation (Zuckeraufbau) gewonnenen Kohlenhydrate
werden in Form von Disacchariden und zwar als Saccharose transportiert.
Saccharose ist als Disaccharid eine Verbindung von einem Fructose- und
einem Glucosemolekül. Die Pflanze bildet diese Zuckerarten je nach
den Bedingungen um. Der süßliche Geschmack resultiert demnach
aus dem Vorhandensein der verschiedenen Zuckerarten, die in den Rhizomen
gespeichert werden und die bei dem Wachstums des Sprosses in den Spross
(den Spargel) eingelagert werden.
Spargelanbau
Spargel liebt leichte und humushaltige Sandböden.
Sie sind leicht zu beackern und erwärmen sich im Frühjahr
schnell. Somit sind die besten Voraussetzungen für einen frühzeitigen
Austrieb geschaffen. Der Sandboden erleichtert das Stechen und sorgt
für ein gerades Wachstum der Stangen.
Die Vorbereitungen für die Spargelpflanzung beginnt
bereits 1,5 bis 2 Jahre vor der Pflanzung. Da Spargel eine Dauerkultur
ist wird die Humusversorgung des Boden verbessert, eine Gründüngung
durchgeführt und eine Tiefenbearbeitung des Bodens erfolgt.
Die Spargelplanzen werden von Vermehrungsbetrieben herangezogen.
Zwischen Mitte März und Mitte April eines Jahres werden diese dann
in 18 - 22 cm tiefe Gräben gepflanzt, die nach dem Austrieb schrittweise
zur Unkrautbekämpfung eingeebnet werden. Auf einen Hektar werden
ca. 16000 Pflanzen gepflanzt. Nach dem zweiten Standjahr der Kultur
beginnt die Ernte bis etwa Anfang Juni; im darauffolgenden Jahr setzt
die volle Ernte ein. Ein Spargelfeld bringt ca. acht Jahre Ernteertrag.
Die Spargelsaison beginnt Anfang/Mitte April und endet
am 24. Juni (Spargelsilvester). Geerntet wird 2 mal täglich am
frühen Morgen und am späten Nachmittag - auch anSonn- u. Feiertagen
Unter optimalen Bedingungen - warme Tage und Nächte sowie ausreichend
Feuchtigkeit - kann eine Spargelstange bis zu 7 cm am Tag wachsen.
Spargelstechen ist Handarbeit. Risse in der Dammkrone
zeigen dem Spargelstecher wo er die Spargelstange freilegen muss, die
er dann mit seinem scharfen Spargelmesser absticht. Das Loch wird dann
wieder mit Erde verfüllt und mit einer Kelle geglättet. Der
frisch gestochene Spargel wird dann zum Hof gebracht. Dort wird er gewaschen
und in einer Eiswasserkühlung für kurze Zeit gekühlt.
Das erhält ihm die schöne weiße Farbe. Auf einer Wasch-
und Sortieranlage wird der Spargel Stange für Stange von Hand aufgelegt
und von der Maschine noch einmal gewaschen. Dabei wird der Spargel gleichzeitig
auf einer maximalen Länge von 22 cm abgeschnitten. Anschließend
werden die Spargelstangen noch auf der Maschine nach bestimmten Merkmalen
sortiert.
Gerade, weiße Stangen mit einem Durchmesser von
16-26 mm gehören in die Klasse I. Daneben gibt es die Sortierung
mit violetten Köpfen, die Klasse II mit einem Durchmesser von 12-16
mm, Spargelköpfe mit einer Länge von max. 12 cm sowie Suppenspargel
und Bruchspargel. Der sortierte Spargel wird in Kisten in einem Kühlraum
bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert und gelangt von dort heraus noch
am selben Tag in den Verkauf.
Bei den Feldarbeiten wird schon im zeitigen Frühjahr (ab März)
begonnen die Spargeldämme zu ziehen. (Anpflügen) Darauf wird
dann die Folie gelegt, wodurch die Erde sich schneller erwärmt
und die Spargelernte um einige Tage vorverlegt werden kann. Spargel
beginnt ab einer Temperatur von 12°C an der Knospe der Pflanze auszutreiben.
Die Spargelernte beginnt dann ab ca. Mitte April bis zum 24. Juni eines
jeden Jahres.
Unmittelbar nach der Ernte werden die Dämme abgefräst; die
Spargelpflanze hat nun bis zum Ende des Jahres Zeit sich zu regenerieren.
Nachdem das Spargelkraut im Winter abgestorben ist, wird es abgehächselt.
Tipps zu Einkauf, Zubereitung und Lagerung
Gesundheitsbewusst genießen!
Bei nur 14 Kalorien pro 100 g weist Spargel relativ
viel Eiweiß auf, enthält hohe Anteile an C- und B-Vitaminen
und ist reich an Kalium. Spargel liefert Kalzium, Phosphor und die harntreibende
Asparaginsäure, die entwässernd und Stoffwechsel fördernd
wirkt.
Die Farbe ist Geschmackssache.
Weißer Spargel, Spargel mit violetten Köpfen
oder grüner Spargel - die Farbe zeigt, wie das Gemüse angebaut
wurde. Weißer Spargel wächst unter der Erde in aufgehäuften
Erdwällen. Weil er nie der Sonne ausgesetzt ist behält er
seine weiße Farbe und seinen milden Geschmack. Spargel mit violetten
Köpfen hatte es besonders eilig und die Erde schon durchbrochen
und hat sich dadurch verfärbt. Grüner Spargel dagegen wächst
über der Erde. Durch das Licht der Sonne erhält er sein kräftiges
Aroma.
Frisch
auf den Tisch!
Saftige Schnittflächen und knackige Stangen, die
beim Aufeinanderreiben "quietschen" und ein angenehm frischer
Geruch kennzeichnen den frischen Spargel.
Spargel schälen - aber wie?
Spargel schält man immer von oben nach unten. Hierzu
die Stange mit den Fingerspitzen am Kopf halten und auf das Handgelenk
legen. Spargelschäler unterhalb des Kopfes ansetzen, zunächst
dünn, zum Ende dicker schälen. Untere Enden abschneiden (nur
sorgfältig geschälter Spargel ist ein Genuss). Grüner
Spargel muss nur am unteren Drittel der Stange geschält werden.
Das Einmaleins des Kochens.
½ - ¾ l Wasser salzen, eine kräftige
Prise Zucker und 1 TL Butter zugeben, aufkochen und den vorbereiteten
Spargel hineingeben. Je nach Dicke der Stangen 15 - 20 Min. garen. Bei
grünem Spargel reichen 10 - 15 Min. Klassisch serviert mit zerlassener
Butter oder Sauce Hollandaise, dazu Schinken und neue Kartoffeln.
Spargel richtig aufbewahren!
Nach dem Einkauf sollte der frische, ungeschälte
Spargel in ein feuchtes Geschirrtuch eingeschlagen werden und kann so
im Kühlschrank 2 - 3 Tage aufbewahrt werden. Geschälter Spargel
in ein feuchtes Geschirrtuch gewickelt hält sich einen Tag im Kühlschrank
frisch.
Die Spargelsaison einfach verlängern!
Spargel lässt sich sehr gut einfrieren. Dazu wird
der geschälte Spargel (nicht blanchieren!) in Gefrierbeuteln portionsweise
verpackt. Er ist so ca. 6 Monate lagerfähig. Eingefrorenen Spargel
gart man wie frischen und gibt ihn - unaufgetaut -in das kochende Salzwasser.
Gekocht, gratiniert oder als Salat. Mit Räucherlachs, Ei raffinierten
Saucen lässt sich der Spargelgenuss noch steigern. Unsere Rezepte
werden Sie überraschen.
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